Regelmäßige Leser

Freitag, 2. Dezember 2016

Kleine Anfrage

Vermutlich wird man meine Unwissenheit belächeln, aber:

Nachdem ich mich bemüht habe, alle drohenden Vorzeichen zu ignorieren, Schaufenster; dicke, müffelnde, rotgekleidete alte Männer; Weihnachtsmärkte, Zimtwolken, Lebkuchen, Christstollen, glitzernde Renn-Hirsche, Coca-Cola-Engel und und und...

...nehme ich nunmehr seit Sonntag in freudiger Erwartung die Adventszeit zur Kenntnis. Mitsamt ihren ausufernden Ausläufern. (siehe die obenstehende Zeilen)
Bald kommt also Weihnachten.

Ich weiß ja, es ist für einen guten Zweck - Geschenke für mich.
Außerdem ist der Spuk in 25 Tagen vorbei und wir erwarten den Osterhasen.
Besonders freue ich mich bereits - neben den erwähnten Geschenken - auf die bunten Teller. Mandarinen, Spekulatius, Lebkuchen, Marzipanbrote, Dominosteine, Walnüsse, Haselnüsse, Erdnüsse.
Nun hat mir kürzlich der Mitarbeiter einer hier ansässigen Bank verraten, er bekomme jedes Jahr eine Bo-Nuss. Darauf freut sich die ganze Familie.
Seitdem laufe ich über Märkte, durchsuche via Gockel das internet, aber nirgendwo sind diese Bo-Nüsse zu finden. Ich will auch so etwas haben. Wenn diese Nuss so groß ist, das eine ganze Familie etwas davon hat. Her damit.
Wer kann mir helfen?

Probleme

Das morgendliche Fernsehprogramm klärte darüber auf, dass
"...Deutschland ein kriminelles Bankenproblem hat...", - habe ich jedenfalls so verstanden.
Meine Frau, die ein wenig besser hingehört hat, berichtigte: Der Moderator sprach von "...einem kriminellen Bandenproblem"!

Und ich frage mich nun, wo der Unterschied besteht?!

Samstag, 16. Juli 2016

Europa

"Nein," sagte der alte Mann, "es ist schön, daß es keine Grenzen mehr gibt. Ich bin gerne Europäer. Aber ich bin trotzdem stolz auf dieses Land."
Daraufhin ging er zu dem Fahnenmast in seinem Garten und zog die deutsche Flagge empor.
Im zurückkommen zeigte er auf die stumm geschalteten Bilder einer pegida-afd-npd-demo im Fernseher und fuhr wütend fort:

"...und diesen Stolz lasse ich mir von solchen hirnlosen Verbrechern nicht nehmen. Unseren Stolz dürfen wir diesem Pack nicht überlassen, sonst haben sie gewonnen!"

Bitte berichtigen Sie:

Ganz am Rande und weil wir sowieso festgestellt sowie ausreichend belegt haben, dass die "gierigen Griechen" (Zitat B...-Zeitung) an allem Elend überhaupt und speziell in unseren Geldbörsen schuld sind...
...möchte ich doch fürderhin darum bitten, dass dies generell sprachlich festgehalten wird. So plädiere ich für die sofortige Umbenennung des "Trojaners" in "Griecher", denn es ist eine belegte Tatsache, dass seinerzeit die Griechen das gefüllte Pferd sandten und die armen Trojaner nur leiden mußten....
(Ähnlich also wie der arme Herr Schäuble heute)

Stoppt den Klimawahnsinn


Montag, 2. Mai 2016

Jetzt wissen wir auch das...

Toll!

Eines der letzten Rätsel ist gelöst!

Wie bastele ich mir ein neues, wirksames Parteiprogramm?

Ganz einfach: Ich suche mir aus Boulevardzeitungen und -Zeitschriften der letzen Jahre sämtliche Vorurteile und alle Ängste zusammen, werfe alles in einen großen Karton und schüttele kräftig.
Dann suche ich mir eine Rotte sabberndhirntoter Analphabeten, ziehe jedes einzelne dieser Voruteile aus der Kiste und lasse die Meute darüber abstimmen, dass "...wir dagegen sind..."

Fertig ist das Programm.

Wenn ich dazu ein paar Krawalle inszeniere, dann findet es ordentlich öffentliche Beachtung.

So mache ich mich auf, den Bundestag zu stürmen!
Jawoll! Basta!
Und jetzt:
Strammgestanden Volk!

Freitag, 15. April 2016

PR-Beratung

Au weiah.
Das hätte nun richtig schief gehen können:

Soeben habe ich mir überlegt, dass ich mich nunmehr in und übers Wochenende verabschieden könnte. In dem Moment fiepte das Telefon und mein ausgeschlafener PR-Berater war am anderen Ende.
Meint er doch sagen zu müssen, dass, wenn ich mich jetzt einfach so entferne, ich spätestens am Montag vergessen sei.
Ich solle doch wenigstens dreimal den Namen Böhmermann erwähnen, nach Möglichkeit noch in irgendeinem Zusammenhang mit Erdogan und Frantisek Duda, - (Zitat)"...sonst kennt Dich Montag noch nicht einmal mehr google!" (Zitat-Ende)

Also gut:
Böhmermann, Böhmermann, Böhmermann.
Erdogan
Frantisek Duda!

So.
Und nun hoffe ich, dass die Sache erledigt ist.
Bis Montag.



;-)

Mittwoch, 13. April 2016

Der junge Baum



Ihm war an seinem angestammten Platz langweilig geworden. Beinahe 60 Jahre hatte er im Wald ausgeharrt; für seine Nachbarn blieb er trotzdem immer der junge Baum.

Es traf sich gut, während er über mögliche Veränderungen nachdachte, toste ein Sturm durch den Forst. Zuerst wollte er sich nach seinen Genen verhalten; über Jahrtausende hatten die Vorfahren sich Wind und Sturm ergeben, geneigt, ihn an Krone, Ästen und Stamm vorbei ziehen lassen.

Heute jedoch war ihm nach Widerspruch. So bog er sich in den strammen Wind, bot ihm den Wipfel. Während Böe über Böe, Regenwind und Wetter durch das Geäst fegten, zog sein Leben an ihm vorbei. All die Begegnungen mit Nachbarn, die ihr Wurzelreich verteidigten, die vielen Menschen in seinem Schatten...Und während der junge Baum in seiner Geschichte versunken war, knickte eine besonders heftige Sturmböe ihn um. Er fiel.

Dies geschah im Januar. Im März des Jahres trieb er neue Zweige, aus zerschelltem Wipfel, aus freigelegten Wurzeln. Seit Juni ist er voller frischer, junger, grüner Blätter. Wer an windigen Tagen dort vorbei kommt, hört die Nachbarbäume tuscheln. Sie hatten sich immer gedacht, dass irgendetwas an dem jungen Baum anders war. Nun sehen sie sich bestätigt.


Thomas Mentzel






Frühling


Willkommen



Beendet wurde die Nacht
von einem Abend
der vieles versprechend eine
strahlende Decke aus Licht
ins gewachste azurblau legte.


Verirrte Pudel spazierten
über gehaltenes Himmelsblau
bewahrt an dunkelseidenen Leinen.

Hinter Leuchtfeuern von
McDonalds, Aldi und Lidl
spiegelt sich Aussicht auf
große Freiheit in aquaresk
bepflanzten Schaufenstern der
Dessousbäckereien und Brotboutiquen.


Verschämt öffnet der Bahnhof
seinen Geigenkasten, trillert
hoffnungperlende Noten in die
Gesellschaft, während winkende
Polizisten Startphasen und
Landevorbereitungen der Vogelschwärme
regeln; gleichzeitig stolzieren
Luxuslimousinen durch das
blattgrün angeknabberter Bäume


Ich greife meinen Hut
um im flanierenden Müßiggang
der Nacht ein paar Träume aus
Gesichtern zu schälen.
Zufrieden lächelnd atmet die Stadt
mich ein und heißt mich mit festem
Druck in ihren Armen willkommen.


(C) Thomas Mentzel

Europa

Vorab:
Ja, ich bin gerne "Europäer"!

Und ich finde die Idee eines vereinten europäischen Landes ohne nationale Grenzen auch heute noch faszinierend und schön.


Aber:

Wenn die Basis und gleichzeitig einzige Gemeinsamkeit für diesen Staatenverbund auf wirtschaftlichen Füßen steht und "Euro" heißt, dann handelt es sich nicht um eine "Gemeinschaft", sondern um einen Haufen zusammengetackerter Blindgänger.


Dann sollte man vielleicht doch ernsthaft über einen Deuxit nachdenken.
Selbst wenn dies den rechts-linken Nationalpopulisten in die Karten spielen würde.

Thomas Mentzel

it´s hard rain




Donnerstag, 10. März 2016

Abgesang für Demokratie






















Ja. Und sicher:


Vor Dir...
...sind andere dran. Die Kranken. Die Leute in den Psychiatrien und Pflegeheimen. Die Russen. Die Polen. Und-und-und
Wenn alles gesäubert ist, dann erst werden sie feststellen, daß sie für Dich keine Verwendung mehr haben.
Mach Dir keine Sorgen. Für einige Jahre kannst Du ohne Probleme hinter ihnen und ihren markigen, nationalen Sprüchen herlaufen.




Montag, 29. Februar 2016

Unentschlossen



Unentschlossen

stehen wir zwischen Jahreszeiten
einen Fuß fest im Winter
der andere tastet sich
vorsichtig den Frühling



kahle Äste fressen sich an
unseren Argumenten grün
warten heut auf frühe Vögel
Worte leuchten Morgenröte


Zögernd,
stotternd überlege ich
die Sonne anzuschalten
stell mich vor die Stadt
seh´von dort:


Die Nebel schweben.

(C) Thomas Mentzel